Bodenverbesserung

Regenwürmer werden auf Basis ihres Grabverhaltens und ihrer Lebensweise in drei ökologische Gruppen unterteilt. Die epigäischen Sorten leben über dem Boden in der Streuschicht. Sie bleiben klein und graben keine Gänge, der Körper ist meist mit einer Pigmentierung versehen. Die epigäischen Sorten sorgen für eine Zerkleinerung von Blattabfall auf dem Boden. Ein Beispiel ist die Sorte Lumbricus rubellus. Die endogäischen Sorten leben in der obersten Lage des Bodens. Die graben Tunnel, die oft horizontal sind und gerade unterhalb der Oberfläche liegen. Die Regenwürmer, die zu dieser Gruppe gehören, werden mittelgroß und haben keine Pigmentierung und sind oft bleich. Endogäischen Würmer bauen Blattabfall ab und sorgen für die Belüftung der oberen Lage. Ein Beispiel ist die Sorte Allolobophora chlorotica. Die dritte Sorte sind die anäkischen Sorten. Das sind Würmer, die tiefe, vertikale Tunnel graben. Die anäkischen Sorten haben eine Pigmentierung und werden am größten. Durch die tiefen Tunnel wird der Boden besser belüftet und das Wasser kann besser abgeführt werden. Ein Beispiel ist der einfache Regenwurm (Lumbricus terrestris).

Regenwurmpopulationen sind abhängig von sowohl physischen als auch chemischen Eigenschaften des Bodens, wie Bodentemperatur, Feuchtigkeit, Säuregrad (pH), Salze, Belüftung, Textur. Darüber hinaus muss ausreichend Nahrung vorhanden sein und die Sorte muss sich fortpflanzen und ausbreiten können. Um dies zu erreichen, muss regelmäßig organisches Material zum Boden hinzugefügt werden, indem es untergehoben oder oben drauf gestreut wird.

Der Regenwurm spielt eine sehr wichtige Rolle in der Verbesserung der Bodenstruktur. Der Regenwurm gräbt lange Tunnel, in die atmosphärische Luft eindringen kann, sodass der Boden belüftet wird. Das hat zur Folge, dass aerobe Bakterien tiefer im Boden leben können. Solche Bakterien beschleunigen den Abbau von organischen Stoffen noch mal. Dadurch, dass sich Regenwürmer in Ihren Gängen bewegen, wird die Luft im Boden bewegt, was der Belüftung zu Gute kommt.

Die Nutzung von schweren Landbaumaschinen sorgt dafür, dass die Luft aus dem Boden gepresst wird. Durch die Arbeit der Regenwürmer wird der Boden besser auf Pflanzenwachstum vorbereitet. Die Tunnel von Regenwürmern werden von Pflanzen bewässert, sie können hier einfach ihre Wurzeln eindringen lassen.

Darüber hinaus wird außerdem der Wasserhaushalt des Bodens besser, wenn Regenwürmer darin vorkommen. Durch die niedrigen Tunnel kann der Boden mehr Wasser aufnehmen, abführen und speichern, je nach den Umständen. Eine andere Eigenschaft des Regenwurms, der den Bodeneigenschaften zu Gute kommt, ist das Essen von toten, abgefallenen Pflanzenteilen. Die Regenwürmer setzen diese um in Mineralien, die sehr wichtig für Pflanzen sind. Dabei wird das organische Material teilweise verdaut und die übriggebliebene Erde gut durchmischt wieder abgegeben. Regenwürmer wurden von Charles Darwin als ein ‚natürlicher Pflug’ beschrieben. Er schätzt, dass um die soviel Jahre die vollständige Oberflächenlage der Welt den Wurmmagen passiert.

Der Regenwurm spielt vor allem eine so große Rolle in der Ökologie des Bodens, weil die Sorte in enormen Anzahlen vorkommt. In humusarmem Grund können 62 Würmer pro Quadratmeter vorkommen und in humusreichem Grund sogar mehr als 432 Würmer pro m2. Laut Schätzungen formen Regenwürmer ungefähr die Hälfte der Biomasse im Boden. Auf einer Oberfläche von 1000 Quadratmetern kommen ungefähr 125 Kilo Regenwürmer vor, in fruchtbarem Boden kann dies bis zu 3 Tonnen an Regenwürmern steigen, auch wenn es hier nicht nur den gewöhnlichen Regenwurm betrifft, sondern alle Sorten Erdwürmer. In Äckern, wo es viele Würmer gibt, ist der Ertrag deutlich höher als auf Äckern, wo keine Würmer leben. Beim Wiegen der Ausstöße der Würmer auf einer Fläche von einem Quadratmeter in einem Jahr, wurde deutlich, dass die Tiere 4,4 bis 8 Kilo produzieren, was sich auf eine jährliche Verarbeitung von 44 bis 80 Tonnen Erde pro Hektar beläuft.

Für die Bodenverbesserung und Kompostierung haben wir den Kompostwurm zusammengestellt. Darin befinden sich der Rotwurm (epigäische Sorte), der Eisenia (endogäische Sorte), der Dendrobena und der Tauwurm (anäkische Sorte). Diesen können Sie im Webshop bestellen. Wir empfehlen 50 g Kompostwurm pro Quadratmeter.